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Sehr geehrte LehrerInnen und GruppenleiterInnen,
die folgende Geschichte handelt von unserem Esel Grisu, der mit den anderen Tieren die Probleme des Alltags auf dem Ferienhof bespricht.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder sobald sie auf dem Bauernhof angekommen sind sehr aufgeregt sind. Oft haben sie große Schwierigkeiten zuzuhören und eine geringe Aufnahmekapazität. Regeln, die für das Wohlbefinden unserer Tiere unerlässlich sind, werden oft nicht richtig verstanden oder beachtet. Diese Geschichte von dem Esel Grisu soll dazu dienen die Kinder im Vorfeld für die Bedürfnisse der Tiere zu sensibilisieren. Verschiedene Wege sind wir schon gegangen um dieses Problem in den Griff zu bekommen, doch nicht mit dem gewünschtem Erfolg. Wir befinden uns nun auf einen neuen Pfad und versuchen mit Ihrer Zusammenarbeit das Problem im Fundament zu bekämpfen. Wir würden uns freuen, wenn Sie die Geschichte in der Klasse vorlesen und die versteckten Regeln mit den Kindern besprechen würden.
Im Namen aller Tiere schon mal herzlichen Dank
Halli-hallo
Gestatten, das ich mich vorstelle:
Mein Name ist Grisu. Nein, nicht der kleine Feuerwehrmann... Ich bin Haus und Hofesel der Familie Droßmann. Ich wohne schon seit sehr vielen Jahren auf dem Ferienbauernhof in Lüdersbüttel und habe schon so einiges erlebt. Soll ich euch etwas berichten? Na gut, dann leg ich jetzt mal los....Nachts stehe ich mit den Ponys und Pferden zusammen auf der Weide und wir erholen uns von den Ausritten im Grünen. Wenn dann früh morgens die Sonne aufgeht, der Hahn kräht und die Hunde Anton und Jarle über den Hof jagen, dann erwacht der Bauernhof...- ganz ganz langsam.
Ich beginne meinen Tag mit dem Rundgang über den Hof. Heute ist mal wieder ein warmer Sommermorgen und die Vögel zwitschern. Als erstes Trotte ich meistens zu Anton und Jarle. “Hallo Grisu!”, begrüßen mich die Beiden. “Hast du schon gehört, dass heute eine neue Klasse anreist?”Ich schüttel meine langen Ohren. “Ich freue mich schon mit ihnen zu toben”, jubelt Jarle. Anton schüttelt kaum merklich den Kopf. “ Früher habe ich das auch sehr genossen, aber mittlerweile bin ich alt geworden. Manchmal haben mich die Kinder so lieb, das sie mich ganz feste drücken wollen.. Ich werde nicht mehr so gerne angefasst, weil ich manchmal nicht so schnell mitbekomme wer das dann ist und so.”, sagt Anton. Also ich, als Esel werde sehr gerne gekrault, gedrückt und geküsst. Nachdenklich trotte ich weiter. Anton hat mir auch mal erzählt, dass viele Kinder zu ihm sagen:” Sitz! Platz! Sitz,! Platz!” Und wenn er das dann nicht macht, dann hat er schon mal ein Kind sagen hören:” Du dummer Hund!” Das macht ihn dann sehr, sehr traurig. Aber stellt euch mal vor eure Tante kommt zu Besuch und sagt: ”Übe jetzt Mathe!” und wenn du gerade fünf Minuten gelernt hast kommt die Arbeitskollegin von der Mutter und ruft: ”Übe jetzt für das Diktat und kaum hast du dein Heft aufgeschlagen kommt ein Freund von deinem Vater und sagt:” Jetzt übe aber endlich mal Vokabeln!” Wahrscheinlich sagst du dann auch genervt: “ es reicht!” Und wenn dann jemand sagt:” du dummes Kind!” wärest du dann nicht auch sehr traurig? Huch! Jetzt bin ich so verträumt durch die Gegend gelaufen, dass ich mit meiner Nase gegen das Kaninchenrondell gestoßen bin. Das ist ein sehr großes Freilaufgehege, indem alle Kaninchen herum laufen. Dort stehen kleine Ruhehäuser. “Tick! Du bist dran!”, ertönt es aus dem Rondell. Eine Gruppe von kleinen Kaninchen jagt durch das Gehege. Sie spielen fangen und rufen sich immer wieder lustige Worte zu. Ich hänge meinen Kopf in das Gehege und beuge mich nach vorne. Die Sonne brennt mir auf den Rücken. Einen Moment träume ich von den vielen Kinderhänden, die nachher meinen Rücken kraulen werden... Ich erinnere mich an eine Geschichte, in der mir ein Kaninchen von einem lieben Mädchen berichtete, die mit ihrer Schulklasse Ferien auf dem Bauernhof gemacht hat. Sie hatte Äpfel und Möhren mitgebracht, die waren so lecker....so süß... einfach himmlisch! Nur leider hat dieses Mädchen immer die Ruhehäuser geöffnet. So konnte sie die Kaninchen besser fangen. Ein anderes Kaninchen hat es mir mal so erklärt:” Es ist nämlich so, wenn wir unsere Ruhe brauchen, verziehen wir uns in unsere Häuser.” Auf den Arm genommen werden mögen allerdings viele Kaninchen gar nicht. Auf unseren Hof laufen auch viele Kaninchenmamas rum und auch viele die noch Kaninchenmamas werden möchten. Na ja selbst ich kann mir vorstellen, dass das ganz doll drückt mit den Babys im Bauch auf den Arm genommen zu werden. Na und dann schwärmte das Kaninchen wieder von den Äpfel und Möhren ... So genug gequatscht! Die Uhr hat gleich schon zwölf- also absolute ‘Kaninchenmittagsstunde bis zwei Uhr. Das gilt leider auch für mich.
Ich glaub ich werde mich jetzt mal in die Sonne legen und auf euch warten.
Dann bis bald! Ich freu mich schon! Euer Grisu
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